Neugier als roter Faden – ein Absolvent auf Weltreise

Andreas Kreiner hat einen ungewöhnlichen Weg hinter sich: Geboren in Pennsylvania als Sohn eines VOEST-Anlagenbauers, verbrachte er seine frühe Kindheit in Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe. Dort wuchs er mitten im afrikanischen Busch auf - mit roter Erde, viel Sonne, großer Freiheit und Englisch als erster Schulsprache. Mit acht Jahren kam er nach Linz und musste sich zunächst an Dialekt, Wetter und eine völlig andere Schulwelt gewöhnen.
Am 3. BG Realgymnasium - so hieß das Ramsauergymnasium früher - fand er schließlich seine neue Heimat. Hier lernte er nicht nur viel für seinen späteren Weg, sondern auch seine zukünftige Frau kennen. Die beiden sind inzwischen seit 44 Jahren ein Paar. Mathematik, Physik und strukturiertes Denken wurden für ihn wichtige Grundlagen. Ein guter Rat aus der Berufsberatung führte ihn zur Wirtschaftsinformatik - damals ein völlig neues Studium, dessen erster Jahrgang weltweit in Linz startete.
Die Entscheidung erwies sich als goldrichtig. Er studierte in Mindestzeit, ergänzte sein Studium um eine spezielle BWL-Ausbildung, programmierte nebenbei, engagierte sich in der Hochschülerschaft und sammelte erste internationale Erfahrungen in Stuttgart und New York.
Nach dem Studium folgte eine fast einjährige Weltreise durch Asien, Australien, Fiji und Nordamerika. Mit Rucksack und wenig Geld entdeckte er fremde Kulturen, Landschaften und Lebensweisen. Reisen wurde zu einer seiner großen Leidenschaften - und zu einer wichtigen Form des Lernens.
Beruflich startete er bei Reuters in Wien, wo er seine Kenntnisse in IT und Finance verbinden konnte. Über Wien führte ihn der Weg in die Europazentrale nach Genf und später nach London. Er arbeitete als Experte, Produktmanager und Entwickler, war international unterwegs und baute schließlich ein Team von mehr als 60 Spezialisten aus aller Welt auf. Das von ihm entwickelte Produkt wurde zum wichtigsten des Konzerns.
Nach einem Executive MBA am IMD in Lausanne wechselte er in die Start-up-Welt und gründete eigene Unternehmen. Später führten ihn Stationen in IT Security und Commercial Real Estate schließlich zu KTM. Dort beschäftigte er sich als Innovationsmanager und Technology Scout mit Tausenden Start-ups und neuen Technologien - von 3D und IoT bis zu künstlicher Intelligenz und Quantum Computing.
Auch abseits des Berufs blieb Neugier sein Antrieb. Während des Ukraine-Krieges nahm seine Familie eine ukrainische Familie für drei Jahre bei sich auf. Aus den damaligen Gästen wurde ein Teil der erweiterten Familie.
Sein Interesse an Innovation führte ihn schließlich in die Verteidigungsindustrie. Bei einem Drohnenprojekt und während eines Aufenthalts in der Ukraine erlebte er unmittelbar, wie schnell Innovation entstehen kann, wenn Talent, Mut, Interesse und Tatkraft zusammentreffen.
Heute entwickelt er mit einem Unternehmen in Estland neue Drohnentechnologien für die Ukraine. Wieder einmal hat er sich damit auf ein völlig neues Gebiet eingelassen.
Was sich durch seinen gesamten Lebensweg zieht, ist die Neugier auf Menschen, Technik und die Welt. Viele entscheidende Wendungen seien Zufällen zu verdanken gewesen - aber, so seine Überzeugung, man muss das Glück auch fassen können.
Seine wichtigste Erkenntnis nach einem außergewöhnlichen Berufs- und Lebensweg: Neugierig bleiben, lernen und den Mut haben, aus neuen Ideen etwas zu machen.




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